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RYL!-News _

Die neuen ROCK YOUR LIFE! Standorträte: Für mehr Mitbestimmung im Netzwerk [24.04.2018]

Vergangenen Freitag besuchte uns der frisch gewählte ROCK YOUR LIFE! Standortrat auf der Praterinsel. Die Standorträte Jana, Marie, Jan-Lukas und Till fungieren als Bindeglieder zwischen den Vereinen und der ROCK YOUR LIFE! gGmbH. Sie prüfen als neutrales und demokratisch legitimiertes Gremium das RYL! Programm und bestimmen dieses aktiv mit. So können Themen für unsere Netzwerkveranstaltungen – wie die Vorsitzendenversammlung – einbringen.

Bei dem ersten Treffen zwischen den Standorträten und der gGmbH gaben unsere Geschäftsführer Alisa und Max sowie RegioRocker Basti einen ersten Einblick in aktuelle Erfolge und Herausforderungen bei RYL!. Dabei konnten Jana, Marie, Jan-Lukas und Till von ihren eigenen Erfahrungen als Vorsitzende berichten und wichtige Impulse geben. Nach einer sonnigen Mittagspause auf unserer Dachterrasse starteten alle Teilnehmer in eine intensive Besprechung zur Zukunft des Standortrates. Im Ergebnis ist der Standortrat Ansprechpartner für jegliche Wünsche und Anregungen der Vereine. In seiner Amtszeit kümmert er sich noch bis Herbst 2018 darum, einen Bewerbungsprozess und die Wahl der neuen Standorträte zu organisieren. Dieser wird auf der ROCK YOUR LIFE! Vorsitzendenversammlung vom 05. bis 07. Oktober 2018 neu gewählt.

Beim ersten Standortrattreffen dabei waren Max, Alisa, Jan-Lukas, Marie, Basti, Jana und Till (v.l.n.r.)

Beim ersten Standortrattreffen dabei waren Max, Alisa, Jan-Lukas, Marie, Basti, Jana und Till (v.l.n.r.)

Woche der beruflichen Bildung: Mehr Orientierung für junge Menschen [17.04.2018]

Passend zur Woche der beruflichen Bildung vom 16. – 22. April 2018 wurde auch der neue Berufsbildungsbericht in der Süddeutschen Zeitung veröffentlich und zeigt einen negativen Trend: jeder vierte Lehrling bricht seine Ausbildung ab. Das waren im Jahr 2016 insgesamt 146.000 aufgelöste Ausbildungsverträge. Doch nicht nur Ausbildungsberufe sind davon betroffen. Laut dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung bricht auch jeder dritte Studierende sein Studium ab. Woran aber kann das liegen? Speziell auf die Ausbildungsberufe bezogen gab eine Vielzahl der Befragten an, das Ausbildungsgehalt reiche ihnen kaum oder nicht, um über die Runden zu kommen. Doch ebenso häufig brechen Lehrlinge und Studierende wegen falscher Vorstellungen von Ausbildung oder Studium ab. Auch der Umstand, dass viele Lehrstellen unbesetzt sind und ein Wechsel daher leichter möglich ist bzw. zahlreiche verschiedene Studiengänge die Qual der Wahl mit sich bringen, treibt die Abbruchquote in die Höhe.

Wie kann man diesem Trend nun entgegenwirken? Aktuell besucht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Zuge der Woche der beruflichen Bildung zahlreiche Ausbildungseinrichtungen in ganz Deutschland, um sich einen Überblick zu verschaffen. Besonders wichtig erscheint es jedoch, Jugendlichen schon während der Schulzeit eine umfangreiche Berufsorientierung zu ermöglichen. Genau darauf ausgerichtet ist auch unser Mentoring-Programm. Kernbestandteil dabei ist, dass sich unsere Mentees gemeinsam mit ihrem Mentor mit dem Thema Zukunft und der beruflichen bzw. schulischen Entwicklung beschäftigen. Ganz konkret arbeiten unsere Mentoring-Paare an diesem Thema während der zweiten Trainingseinheit, dem so genannte JobCoach-Training. Dort können sie ihr Potential entfalten, Interessen und Stärken erkennen, passende Berufswege entdecken und dadurch glücklich und erfolgreich in ihre Zukunft starten.

Mentoring Summit: Wenn Forschung und Praxis aufeinandertreffen [22.03.2018]

Vergangene Woche waren unsere Evaluationsbeauftragte, Eva, und unsere Projektmanagerin von ROCK YOUR COMPANY!, Julia, Teil des 3. European Mentoring Summit in der Humboldt Universität zu Berlin. Neben unseren Rockerinnen waren auch amerikanische Vorreiter vertreten, die im Vergleich zu europäischen Mentoring-Forschern einen Vorsprung von rund 20 Jahren vorweisen können. In dem Zuge stellte die Amerikanerin und wohl bekannteste Mentoring-Forscherin, Jean Rhodes, ihre aktuellen Untersuchungen vor. „Die wichtigste Erkenntnis aus dem Vortrag war für mich, dass Mentoring kein Allheilmittel ist. Es muss gut gemacht sein, um zu wirken. Daher arbeiten wir bei ROCK YOUR LIFE! kontinuierlich daran, unser Programm weiterzuentwickeln“, resümiert Eva.

Neben einem regen Austausch zwischen mehr als 200 Teilnehmern aus 19 Ländern nahmen Eva und Julia an zahlreichen Vorträgen, Workshops und Impulsreferaten mit anschließenden Diskussionen zu Themen wie Wirksamkeit, Online-Mentoring und der Bedeutung von Trainings teil. Dabei erhielten sie nicht nur einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand im Bereich Mentoring, sondern auch Einblicke in die Praxis verschiedenster Mentoring-Programme aus Europa und den USA. „Besonders spannend war mein Workshop zu neun unterschiedlichen Mentoring-Programmen. Am Ende vereinbarten alle Teilnehmer eine Plattform einzurichten, auf der aktuelle Forschungsergebnisse geteilt werden und ein kontinuierlicher Austausch stattfindet. So können wir alle über den Tellerrand schauen und voneinander profitieren“, berichtet Julia.

Veranstalter des 3. European Mentoring Summits waren das Netzwerk Berliner Kinderpatenschaften e.V., das European Center for Evidence-Based Mentoring, der Verein kein Abseits! sowie die Agentur für Bildung. Der nächste Summit findet 2020 statt – es wird gemunkelt, dass es ein Veranstaltungsort im sonnigen Süden werden soll. Wir sind also gespannt und freuen uns schon jetzt auf den erneuten Austausch.

Fundraising-Power in Frankfurt [20.03.2018]

Bei ROCK YOUR LIFE! geht es nicht nur um wirksame Mentoring-Beziehungen, sondern auch um gut aufgestellte Vereins-Finanzen – zum Beispiel für Trainings, Unterlagen und Events. So kamen vergangenes Wochenende wieder knapp 50 Rocker beim ROCK YOUR LIFE! Fundraising-Workshop in Frankfurt zusammen, um gemeinsam mit Vertriebsprofi Tarek Abouelela die kleinen und großen Tricks der richtigen Außenwirkung und des perfekten Fundraisings zu entdecken. Darüber hinaus gab es Input der Rocker aus Chemnitz und Bonn zu deren Fundraising-Aktivitäten und eine Einführung in das Gemeinnützigkeitsrecht von ROCK YOUR LIFE! Geschäftsführer Max. Besonderes Highlight war die Praxisübung. Nach all dem theoretischen Input konnten unsere Fundrocker ihr neues Wissen direkt in die Tat umsetzen und potentielle Unterstützer direkt anrufen. Das Ergebnis waren über 100 Telefonate, 44 qualifizierte Ansprechpartner, 6 Follow-Up-Telefonate, fünf Termine für ein persönliches Gespräch und sogar zwei konkrete Förderungen. Großartig! Der erste Schritt zur Finanzierung der Betreuung vieler weiterer Mentoring-Paare ist damit getan. Und bei all der Auseinandersetzung mit Geld, Spenden und Förderungen blieb besonders in Erinnerung der Hinweis von Gastredner Axel Hoffmans, Vertreter der Credit Suisse EMEA Foundation, dass es nicht unbedingt immer um Geld geht, sondern darum, Menschen von einer Idee oder einem Projekt zu überzeugen.

Und wer vertritt mich? [07.03.2018]

„Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages […] sind Vertreter des ganzen Volkes.“ So steht es in Artikel 38 Grundgesetz. Wie die Süddeutsche Zeitung kürzlich herausfand, sind aber einige Bevölkerungsgruppen im Parlament nur sehr gering vertreten.

Nun stellt sich die Frage, inwieweit sollte das Parlament überhaupt die ganze Bevölkerung repräsentieren? Kann nicht auch ein Mann für die Rechte der Frau eintreten und ein Heterosexueller für die Belange der Homosexuellen? Die Antwort ist klar: Ja, er kann, er muss aber nicht. Schließlich betreffen ihn die Entscheidungen für oder gegen eine andere Bevölkerungsgruppe nicht direkt. Wie wirksam vertritt der Bundestag also die Interessen jener Gruppen, die sich dort nur vereinzelt wiederfinden?

Im Hinblick auf das Thema Bildungsgerechtigkeit schneidet Deutschland regelmäßig mittelmäßig bis schlecht ab. Schulischer Erfolg und ein gelungener Übergang in das Berufsleben hängen noch stark von der sozialen und wirtschaftlichen Situation des Elternhauses ab. Ein Grund dafür könnte die angesprochene Abgeordnetensituation sein. Denn besonders groß ist die Differenz der Parlamentarier zur Gesamtbevölkerung im Bereich Bildung. Nur neun von 709 Volksvertreter haben einen Haupt- oder Volksschulabschluss. In der deutschen Bevölkerung sind es jedoch 35,7 Prozent und damit mehr als ein Drittel. Ein Grund dafür ist das Rekrutierungssystem der Parteien: Im Wettbewerb um Positionen und Wählerstimmen setzen sich eher die Höhergebildeten und Besserverdienenden durch. Inwieweit kann sich diese Situation nun ändern? Nach Thomas Saalfeld, Politikwissenschaftler an der Uni Bamberg, können im aktuellen System nur die Parteien selbst diese Diversität herstellen.

Es bleibt also spannend, vor allem auch im Hinblick auf die neue Regierung. Im Koalitionsvertrag hat sie Veränderungen in der Bildungspolitik mit Ausgaben im zweistelligen Milliardenbetrag angedacht. Unabhängig von dieser Umsetzung verfolgt ROCK YOUR LIFE! weiterhin das Ziel mehr Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit in Deutschland zu schaffen. Mit unserem Mentoring-Programm und dem großen Netzwerk aus Ehrenamtlichen werden wir fortlaufend benachteiligte Jugendliche unterstützen, ihr Potential zu entfalten und selbstbewusst den Weg in ihre Zukunft zu beschreiten.

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